Neuer Gemeindebrief mit Grußwort von Pastorin Dagmar Rosenberg

veröffentlicht am 6. September 2017

Der neue Gemeindebrief UNS KIRCH für die Monate September, Oktober und November 2017 ist erschienen und wurde bereits verteilt.

Weitere Exemplare liegen in der Kirche aus und sind im Gemeindebüro erhältlich.

Nachstehend das darin enthaltene Grußwort von Pastorin Dagmar Rosenberg:

 

Im Mittelpunkt das Kreuz

Viel brauchte Martin Luther nicht, um seinem Glauben Ausdruck zu verleihen: fünf Symbole, fünf Farben. Auf kleinstem Raum ineinander verwoben, sodass sie auf einen Siegelring passten. Kreuz, Herz, Rose, Himmel, Ring. Schwarz, rot, weiß, blau, goldfarben. Im Mittelpunkt das Kreuz. Zusammen ergibt das die so genannte Lutherrose, die heute ein Erkennungsmerkmal für die lutherischen  Kirchen weltweit ist. Martin Luther lebte mit seinem Glauben. Er trennte nicht zwischen Glauben und Alltag. Sondern jede Tat, jede Entscheidung entstand vor dem Hintergrund des Glaubens. Sein Denken und Handeln war ganz und gar durchdrungen von seiner theologischen Überzeugung. Und diese Überzeugung konnte er auf diese fünf Symbole und fünf Farben reduzieren. Mich fasziniert die Knappheit, mit der Martin Luther seinen Glauben zusammenfasst. Und mich fasziniert die Klarheit. Ohne große Ausschweife kommt  Martin Luther zur Sache und erläutert die Kernaussagen seines Glaubens: Die Lutherrose ist… „Ein Merkzeichen meiner Theologie. Das erste sollte ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine  natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, dass der Glaube an den Gekreuzigten mich selig macht. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt. Darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig. Und um solch Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich ist über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste, köstlichste Erz ist.“ [Quelle: WA, Luthers Briefwechsel, 5. Band, S.444f(Nr.l628)]

Aus dieser Beschreibung lese ich heraus, wiesehr Martin Luther emotional in Fahrt gerät,wenn er vom Glauben spricht. Freude und Seligkeit aufs Köstlichste. Trost und Friede und Gerechtigkeit vor Gott. Der Glaube verändert. Setzt positive Kräfte frei. Macht die Erde heute schon zum Himmel. Ich frage mich: Könnte ich meinen Glauben auch so knapp und klar formulieren? Wüsste ich, was mich in meinen Taten und Entscheidungen trägt? Hätte ich Farben und Formen für meinen Glauben?Könnte ich das so konzentriert zusammenfassen? Welches Symbol würde meine Überzeugungen beschreiben?

Martin Luther regt mein Denken an. Und meine Kreativität. Ich würde mich gern mit Ihnen darüber austauschen. Was ist für Sie der Kern des Glaubens? Was prägt Ihr Denken und Handeln? Wie verbinden sich für Sie Alltag und Glaube? Vielleicht schreiben Sie mir: pastorin.rosenberg@email. de. Oder Sie diskutieren das in Ihrem Freundeskreis. Im besten Fall wird ein Gemeindegespräch daraus. Das wäre gut lutherisch.

Pastorin Dagmar Rosenberg