Neuer Gemeindebrief

veröffentlicht am 1. März 2022

Der neue Gemeindebrief UNS KIRCH für die Monate März, April und Mai 2022 ist erschienen und wurde bereits verteilt. Weitere Exemplare liegen in der Kirche aus und sind im Gemeindebüro erhältlich.

Nachstehend das darin enthaltene Grußwort von Pastor Andreas Meyer-Träger:

Christentum ist nichts für WarmduscherEinsichten über die Liebe, das Wesen Gottes und die Aufgabe der Kirche in der Welt.

Was bedeutet die Auferstehung? Die Voraussetzung für sie ist, dass Jesus Christus stirbt. Und wie wir wissen, ist er am Kreuzg gestorben. Das ist ein entscheidender Hinweis auf das Wesen Gottes. Gott ist leidenschaftlich. Gott bringt sich selbst ein. Er ist nicht gleichgültig. Das teilt er uns besonders in der Bibel mit: „Ich bin ein eifernder Gott“. Es ist ihm nicht egal, ob wir uns selbst oder die Welt und einander ruinieren. Er greift ein. Mal freundlich, mal strafend. Allermeist durch gutes Zureden (Propheten). Von Anfang an ist klar, dass unser Handeln Konsequenzen hat – darum werden wir aus dem Paradies vertrieben.

Als all sein Tun und Reden die Menschen nicht bessert, gibt er seinen Sohn in die Welt. Und, bittschön, Jesus ist nicht etwa der „liebe Heiland“, der stets fünfe grade sein lässt, der dem Bösewicht sagt: ‚Das macht doch nichts, wir haben alle mal einen schlechten Tag‘. Sein „Job“ ist nicht das ständige Vergeben. Im Gegenteil, er zeigt uns deutlich, dass das böse Dichten und Trachten in das ewige Verderben führt (Hölle). Dem Übertreter sagt er: ‚Sündige hinfort nicht mehr‘. Die Händler, die sich weigern zu verstehen, wozu Tempel und Gottesdienst in der Welt sind, treibt er mit der Peitsche hinaus. Seine Liebe ist kein romantischer Tand, sie ist fordernd. Das wahre Wesen der Liebe Gottes erschließt uns der Choral „Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt“, 3. Strophe: „Die Lieb nimmt sich des Nächsten an / sie hilft und dienet jedermann / gutwillig ist sie allezeit / sie lehrt, sie straft, sie gibt und leiht.“ Es ist diese Leidenschaft Gottes, die Jesus an das Kreuz führt. Er hat sich für die Menschen entschieden trotz ihrer Zerrissenheit. Er weicht unserer Bosheit nicht aus und nimmt den Weg durch Verzweiflung, Lügen und Verrat zum Kreuz hin an. Dort stirbt er verlassen von allen. Gott wirft seine eigene Existenz in die Waagschale – wer vermag das zu denken!? Und es ist seine Leidenschaft für uns, seine Liebe, die ihn den Tod besiegen und überwinden lässt (Ostern). Und wieder gilt: die Liebe Gottes ist nicht gleichgültig. Darum gibt der Auferstandene Herr seiner Kirche den Auftrag “Taufet alle Welt und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ So ruft Jesus Christus uns in seinen Dienst. Wir sind nicht berufen dazu, es uns gemütlich zu machen in der Welt, sondern dazu als Kinder Gottes offenbar zu werden. Darauf wartet die ganze Welt (Römer 8). Diesen Dienst für Christus tun wir, wenn wir bereit sind mit Jesus Christus zu sterben, damit wir, von unserer eigenen Bosheit und dem ewigen Tod befreit, auferstehen zur Herrlichkeit der Kinder Gottes. Und dies vollzieht sich nicht erst am Lebensende oder beim jüngsten Gericht, sondern schon hier und jetzt, wenn wir die Predigt vom Evangelium hören und annehmen und den Geboten nachleben, so gut nur irgend möglich – dazu müssen wir uns täglich überwinden. Eine kalte Dusche mag uns dazu helfen!

Andreas Meyer-Träger