Neuer Gemeindebrief mit Grußwort von Pastor Matthias Mannherz

veröffentlicht am 30. November 2025

Siehe, ich mache alles neu

So steht es seit alter Zeit am Ende der Bibel – in der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21. Es ist einer der Sätze, die praktisch immer zu Trauerfeiern vorgelesen werden. Das tröstet doch, wenn am gefühlten und erlebten Ende alles neu gemacht werden wird: Dann ist das Ende nicht das Ende, sondern ein vorläufigerHalt und ein Zwischenstopp… man wird sich wiedersehen! Und es wird alles gut sein, wirklich richtig rund und gut! Es gibt manchmal Tage und Zeiten, die
erlebe ich als ein Wunder: Plötzlich ist es ganz anders gekommen, als ich gedacht habe, und viel besser. Plötzlich ist meine Welt verwandelt – zumindest ein deutliches Stück davon.

Klassisches Beispiel inzwischen für mich ist der Mauerfall in Berlin vor 36 Jahren. Aber es gibt auch kleinere Beispiele … und ganz persönliche: wider Erwarten ist eine Begegnung nicht schwierig, sondern kinderleicht. Ein Anruf, vor dem mir bange war, ist nicht mehr nötig. Ein Mensch, den ich gar nicht kenne, erweist sich als hilfsbereit und verständnisvoll. Eine Beziehung, die mir wichtig ist, verwandelt und ntwickelt sich weiter; und eigentlich habe ich schon längst nicht mehr daran geglaubt.

Der Friedensprozess in Gaza – erscheint jetzt, da ich dies schreibe, als möglich; auf einmal gibt es dort einen feierlich unterzeichneten Waffenstillstand! Wie schön, dass es diese Momente gibt – unverfügbar und kostbar wie ein funkelnder Edelstein. Strahlend und in ihrer Art einmalig… und sehr überraschend!

Siehe, ich mache alles neu! So spricht Gott zu den Menschen. Ich denke, das wird nicht nur am jüngsten Tage so sein, dass alles neu gemacht wird. Sondern das ist immer der Fall, jeden Tag und jeden Augenblick, und auch jetzt gerade wieder. Nur spüren können wir es meist nicht, oder nur selten. Es sind diese großen oder kleinen Wunder, wenn wir sie bemerken, die darauf hinweisen.

Siehe, ich mache alles neu – es ist Gott, der so spricht, nicht wir Menschen. Das heißt: Wir müssen und wir können auch nicht „alles neu“ machen. Eine große Entlastung ist das!

Das wird dann auch mit der Fusion zur Gemeinde Marschlande so sein. Die ist dann ganz neu; ja, schon. Aber wir, die Menschen, die sie aus der Taufe heben und mit unseren Erfahrungen, Erwartungen und Wünschen füllen, wir sind nicht komplett neu. Auch wenn sich vielleicht vieles anders und ungewohnt anfühlen wird im neuen Jahr.

Aber wir werden uns verwandeln. Wir werden anders sein können, wenigstens allmählich und ein kleines bisschen: Ist das nicht – auch – ein guter Grund zur Hoffnung und frohen Erwartung? Lasst uns auf die Suche gehen nach den großen und kleinen Wundern! Denn Veränderung ist eine Chance. Und darum: Auf bald im Neuen!

Mit herzlichen Grüßen
Matthias Mannherz